Vier Jahre Nichtraucherin

29. Dezember 2017

Heuer am 29. Dezember habe ich vor 4 Jahren aufgehört zu rauchen. Und ich bereue es gar nicht. Im Gegenteil, ich bin so froh, dass ich es gleich beim 1. Versuch geschafft habe. Nur zu oft habe ich bei Freunden und Bekannten miterlebt wie sie immer wieder versucht haben gegen die Sucht anzukommen, aber nie lange durchgehalten haben. Umso überraschender ist es bei mir ganz anders gewesen.

Die erste Zigarette

Meine erste Zigarette habe ich mit 12 probiert. Mit einer Freundin, die immer für ihre Eltern Zigaretten kaufte, versteckten wir uns bei einem Bach in der Nähe und taten es. Es schmeckte nicht und Lungenzüge machten wir auch nicht. Trotzdem fanden wir uns furchtbar cool. Wir wiederholten das alle paar Wochen bis die Packung halb leer waren, dann wurde es langweilig und die restlichen Zigaretten landeten im Müll.

2 Jahre später begann ich dann richtig zu rauchen. Mit 15 klingt wahrscheinlich furchtbar früh, aber zu dieser Zeit rauchten fast alle und ich war sogar eher spät dran. Aus ab und zu wurde regelmäßig und schwupps war ich zur Raucherin geworden.

16 Jahre

Dass daraus 16 Jahre werden würde, hätte ich mir nie träumen lassen. Mein kindisches Ich hatte den Plan vor dem ersten Kind ja sowieso wieder aufzuhören, und das sollte dann mit etwa 25 passieren. Tja Nachwuchs hab ich bis heute nicht, also wenn ich noch immer danach gehen würde wäre ich immer noch Raucherin. Aber nachdem ich 25 wurde vergingen noch ein paar Jährchen bis ich mir echte Gedanken übers Aufhören machte. Ich wollte einfach nie aufhören, also hab ich’s auch nie versucht.

Veränderung

Dann passierte ein großer Umschwung in meinem Leben. Ich hatte gesundheitliche Probleme und änderte deshalb ganz viel. Meine Ernährung wurde Schritt für Schritt gesünder, ich fing wieder an regelmäßig Sport zu treiben, ich kümmerte mich mehr um meine psychische Gesundheit. Und plötzlich wusste ich es ist Zeit. Ich wusste noch nicht wann genau und wie ich es anstellen wollte, aber ich wusste in meinem neuen gesunden Leben hatten Zigaretten nichts zu suchen.

Die letzte Zigarette

Am 28. Dezember 2013 feierte ich den Geburtstag einer Freundin. Der Abend ist mir noch sehr gut in Erinnerung weil ich so betrunken war, dass ich von einer Bühne beim Karaoke hinunterfiel und mir einen Zeh brach. Jap keine Sternstunde von mir, obwohl der Abend ziemlich lustig war, zumindest vor dem Sturz. Am nächsten Tag hatte ich einen Kater, eine gebrochene Zehe und keine Stimme mehr. Ich hatte ganz und gar keine Lust auf eine Zigarette, und das änderte sich auch am kommenden Tag nicht. Irgendwie wurden dann mehrere Tage daraus und nach einer Woche ohne den Glimmstängel dachte ich mir, why not. Ich hatte mir den Tag nicht ausgesucht sondern der Tag mich. Manche Dinge sind einfach Schicksal.

Komischerweise tat ich mir ziemlich leicht damit. Ich bin immer sehr zurückhaltend wenn mich jemand fragt, da ich eigentlich einfach nur aufgehört habe und nie arge Gelüste oder Stimmungsschwankungen hatte. Auch habe ich deshalb nicht zugenommen. Die meisten Raucher, die auch aufhören wollen finden das wahrscheinlich ziemlich ungerecht. Aber ganz so ist es dann ja doch nicht.

Erstens muss ich angeben, dass ich im Jahr zuvor schon aufgehört hatte mir bei jeder Gelegenheit eine anzuzünden. Ich rauchte nur mehr wenn ich wirklich Gusta hatte. Und das reduzierte die Menge um einiges.

Dann rauchte ich nie in meiner Wohnung, auch nie zum Kaffee trinken. Da ersparte ich mir auch einige Zigaretten.

Ich ging das erste Monat nicht mehr aus, so kam ich nicht in Versuchung wieder zu rauchen.

Härter nicht zu rauchen war es für mich in der Arbeit. Die Zigarette zwischendurch wenn es stressig war, oder auch wenn es mal langweilig war, war schon ein Kampf für mich. Gewohnheiten zu durchbrechen sind das härteste beim Aufhören. Aber ich blieb hart und nach einigen Tagen wurde auch das leichter.

Und seitdem habe ich nie wieder eine Zigarette angegriffen? Bullshit. Natürlich hab ich so ein zwei Mal im Jahr total Lust mir eine anzuzünden. Mache ich dann normalerweise nicht, aber ganz selten, meistens in Kombination mit Alkohol, mache ich dann mal einen Zug. Und dann wars das auch wieder. Mir schmeckt es dann nämlich gar nicht und meine Lunge meldet sich auch sofort und schimpft mit mir. Also wieso mich tagelang quälen wenn ich nur einen besch… Zug machen muss. Quälen tu ich mich im Leben schon anders oft genug.

Meiner Meinung nach wird rauchen in unserer Gesellschaft verharmlost. Die Bildchen von Raucherlungen, die man in der Schule gezeigt bekommt sind nicht wirklich eine Abschreckung. Ich muss zugeben seit meiner Jugend hat sich schon einiges verändert, aber offensichtlich noch nicht genug.

Ich persönlich nehme meine Vorbildfunktion sehr ernst. Gerade weil ich lange geraucht habe ist es mir wichtig die richtige Botschaft hinauszutragen. Also Finger weg Leute! Ihr erspart euch Geld, stinkt nicht ständig nach Rauch, und ihr lebt viel gesünder!

Und noch eines für die, die mit dem Aufhören kämpfen. Ich habe Menschen aufhören sehen, denen hätte ich es nie und nimmer zugetraut, dass sie es wirklich durchhalten. aber sie haben es geschafft. Es ist möglich wenn man nur wirklich will!

 

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