Hochsensibilität akzeptieren

20. November 2017

Vielleicht ist es euch schon aufgefallen, ich schreibe sehr häufig über Entspannung, Stressvermeidung und -reduzierung. Das kommt daher, dass ich zu einer Gruppe Menschen gehöre, die da besonders darauf achten müssen. Ich bin hochsensibel. Beim Wort sensibel stellt es mir immer noch meine Haare auf, obwohl ich mittlerweile weiß, dass es nichts negatives ist. Doch so geht es sicher vielen. Schon als Kind bekommt man oft gesagt “sei nicht so sensibel”. Das bleibt picken.

“Sei nicht so sensibel”

Viele Situationen in meinem Leben habe ich mir selbst schwer gemacht weil ich es einfach nicht besser wusste. Und auch noch jetzt wo ich es besser weiß ist es oft schwer diese Stimme im Kopf abzuschalten.

Hier ein Beispiel:

Ich gehe gerne auf Partys und feiere auch mal länger mit meinen Freunde. Doch immer wieder kommt es vor, dass ich total viel Spaß habe und in der nächsten Sekunde will ich sofort heim. Meine Stimmung ändert sich abrupt und ich fühle mich super müde und ausgepowert. Das kann schon nach 1 oder 2 Stunden passieren. Früher (und leider manchmal heute auch noch) habe ich mich gezwungen durchzuhalten. Man will ja kein Spielverderber sein. Dann habe ich mich noch eine Zeit lang gequält um danach total fertig ins Bett zu fallen. Was ich heute noch nicht schaffe ist als erster eine Feier oder ähnliches zu verlassen. Ich warte immer bis jemand anderer als erstes geht und schließe mich dann erst an.

Früher hat mich das total fertig gemacht, man will ja keinen falschen Eindruck hinterlassen. Heute weiß ich, dass ich nunmal schnell und manchmal nicht vorhersehbar meine Energie verlieren kann. Und dass ich in so einer Situation kein Spielverderber bin sondern auf mich achten muss und mir dann die Erholung auch geben muss. Kein Mensch wird mir böse sein wenn ich gehe, denn wenn ich bleibe kann man eh nicht viel mit mir anfangen.

Hochsensible haben nunmal einen anderen Energierythmus. Wenn andere spontan und geistreich sind, sind wir ruhig und nachdenklich. Für andere ist Small talk die leichteste Sache der Welt, für mich ist es furchtbar anstrengend.

Aber auch wenn das im ersten Augenblick alles sehr negativ erscheint, hat es auch sehr viele Vorteile so zu sein:

Alles was gesagt wird ist gut überlegt. Hochsensible würden nie das erste was ihnen in den Kopf schießt von sich geben. Und darum legen sie sehr viel Wert auf Ehrlichkeit.

Wenn man über eine Sache schläft kommen oft neue Aspekte ans Licht. In vielen Situationen werden spontane Ideen verlangt aber viele Arbeitgeber oder Kollegen wissen mitlerweile wie hilfreich es sein kann wenn ein Hochsensibler am nächsten Tag mit einer originellen Lösung oder einer tollen Idee überrascht.

Um im Gleichgewicht zu bleiben sind sehr viele Hochsensible kreativ tätig. Sie müssen immer gefordert sein. Nur vor der Glotze sitzen gibt’s für Hochsensible nicht. Sie versuchen immer wieder neue Dinge zu finden, die sie in der Freizeit tun können. Sie probieren viel aus und erlernen so immer neue Fertigkeiten.

Sie können sich sehr gut in andere hinein versetzen und sind sehr empathisch. Sie sind die perfekten Zuhörer aber können auch gute Ratschläge geben.

#Selbstakzeptanz

Falls du denkst du könntest auch hochsensibel sein, es gibt zahlreiche Tests im Internet. Mir klarzuwerden wieso ich in bestimmten Situationen anders handle oder denke hat mir wahnsinnig viel geholfen. Ich habe mehr Akzeptanz und somit mehr Freude in meinem Leben. Es wäre ja auch schrecklich langweilig wenn wir Menschen alle gleich wären!

 

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