Fragen, die man sich stellen sollte bevor man sich einen Hund nimmt

18. Januar 2018

Ich bin seit über 12 Jahren stolze Hundemami. Ich liebe Gina über Alles, könnte mir ein Leben ohne sie gar nicht vorstellen. Trotzdem habe ich nicht von heute auf morgen beschlossen mir einen Hund zuzulegen, sondern das war ein Prozess der sich über Monate gezogen hat.

Ich wollte schon als Kind unbedingt einen Hund haben, alle anderen Tiere waren zwar interessant, aber schon damals wusste ich genau was ich will. Meine Eltern wollten das nicht, und deshalb gab’s dann auch keinen. Und glaubt mir, meine Tanten und Onkel wollten mir immer wieder ein Tier schenken (Hunde, Hasen, Ratte..), aber besonders meine Mutter blieb hart. Heute kann ich das voll und ganz verstehen. Schließlich ist es keine leichtfertige Entscheidung. Und ich bin froh, dass mir meine Eltern die Wichtigkeit die hinter so einer Entscheidung stehen nahe gebracht haben. Wie oft werden Tiere ausgesetzt weil sie ein unbedachtes Geschenk waren. Also bitte keine Impulskäufe bei Tieren! Die können nichts dafür, dass sie dann doch nicht in das gewohnte Leben passen, oder doch nicht genug Zeit für sie da ist.

Hier sind die für mich wichtigsten Fragen, die man sich stellen sollte wenn man überlegt sich einen Hund zu nehmen:

Welcher Hund passt zu mir?

Ich hätte gern einen weißen, schwarzen, lieber einen kleinen oder großen. Äußerliche Eigenschaften sind im ersten Moment total unwichtig. Ich muss mir überlegen wie der Hund sein sollte der zu mir passt. Es gibt Rassen, die brauchen sehr viel Bewegung, oder welche die in der Hundeschule gefördert werden müssen.  Manche Rassen sind familienfreundlich und manche können sich überhaupt nur an einen einzigen Menschen binden. Hunde mit Jagddrang, Hunde die lieber im Rudel leben, Hunde die eine Aufgabe brauchen und und und. Keine Sorge, natürlich gibt es auch die Rassen, die pflegeleicht sind und außer 3 Spaziergängen am Tag nicht viel benötigen.  Das schöne daran ist, es gibt für jeden den perfekten Begleiter fürs Leben, man muss nur vorher feststellen was man genau will.

Dann muss man sich auch die Frage stellen, will ich einen Welpen oder lieber schon einen erwachsenen Hund. Das hat beides seine Vor- und Nachteile. Ein Welpe macht sicher einiges kaputt, muss erst erzogen werden, ist sehr zeitintensiv das erste Jahr. Nehme ich mir einen älteren Hund kann es sein, dass er negative Angewohnheiten hat, die ich ihm nur schwer wieder abgewöhnen kann.

Gehe ich zum Züchter oder gebe ich einem Hund aus dem Tierheim ein neues Zuhause?

Ich bin prinzipiell dafür zu adoptieren. Findet man so nicht den richtigen Hund für sich kann man zum Züchter gehen. Man sollte jedoch sehr genau recherchieren bevor man sich für einen entscheidet. Ich selbst habe keine Erfahrungen mit Züchter deshalb kann ich da nicht so viele Tipps geben.

Habe ich genug Zeit für einen Hund?

Nach der Anschaffung brauche ich mindestens eine Woche Urlaub um mich um die Erziehung zu kümmern bzw. damit sich der Hund eingewöhnen kann. Danach muss man mehrmals täglich hinaus mit dem Hund, selbst wenn man einen Garten hat. Meistens geht man mit ihm in die Hundeschule, manche Hunde brauchen das um gefordert zu werden. Fast immer sind Hunde fast wie Familienmitglieder und brauchen auch ihre Streicheleinheiten und Spielstunden. Hunde sind zwar sehr anpassungsfähig, aber wenn er nicht ausgelastet ist führt das zu schwierigem bis hin zu agressivem Verhalten.

Bin ich bereit Zeit und Energie zu investieren?

Ein Hund ist kein Accessoire. Er braucht nunmal viel Zeit und Aufmerksamkeit. Ohne wird weder der Hund noch der Halter glücklich werden. Wenn der Hund dominant ist braucht es noch viel mehr Energie und Ausdauer bei der Hundeerziehung. Mit Erfahrung sieht man das dem Welpen manchmal an, aber oft merkt man das erst nach der Eingewöhnungsphase. Mein Hund war die ersten Wochen total unterwürfig, direkt dankbar dass ich sie aufgenommen habe (man hat sie bei Minusgraden an einen Müllkontainer gebunden), und dann plötzlich hat sie erst ihre dominante Seite gezeigt. Sprich man muss damit rechnen, dass der Hund nur mit viel Hingabe zu erziehen ist.

Was mache ich wenn ich in den Urlaub fahre, oder krank bin?

Ich persönlich kann meinen Hund nur Menschen anvertrauen, die ich gut kenne. Es gibt natürlich auch Hundehotels oder Einzelpersonen, die man beauftragen kann sich um den Hund zu kümmern.

Wenn ich krank bin gehe ich meistens trotzdem selbst raus mit Gina. Ich habe zwar die Möglichkeit sie zu Verwandten zu geben, aber so lange ich nicht am Rande der Bewusstlosigkeit bin stehe ich selbst auf. Das liegt aber daran, dass ich gerade dann wenn ich krank bin meinen Hund bei mir haben will. Kann ich mich nicht selber kümmern, sollte ich jemanden haben der kurzfristig einspringen kann.

 

Wenn mein Hund krank ist/einen Unfall hat, kann ich mir die Kosten leisten?

Dieser Punkt wird besonders oft nicht bedacht. Im Großen und Ganzen kostet ein Hund nicht viel. Es sei denn er wird krank oder hat einen Unfall. Dann kann es ganz schön teuer werden. Deshalb ist es wichtig sich im Klaren zu sein was auf mich zukommen könnte falls ein Notfall eintrifft.

Bin ich bereit für die unangenehmen Dinge, die ich machen muss?

Jap, manchmal kann es richtig eklig sein. Man muss die Hundekacke aufsammeln und wegschmeißen. Manchmal wälzen sich die Vierbeiner in stinkenden Substanzen. Sie haben Durchfall und müssen sich übergeben. Dann heißt es Augen zu und durch.

Kann ich in einer gefährlichen Situation meinen Hund beschützen?

Hunde streiten und sie kämpfen. In manchen Situationen kann man sie einfach machen lassen, in anderen nicht. Auch wenn man es nicht möchte kommt man immer wieder in gefährliche Lagen, sei es durch andere Hunde, Wildtiere oder Menschen. Was ich daraus gelernt habe ist, dass mein Hund sich auf mich verlässt. Als Rudelführer bin ich dafür verantwortlich meinem Hund die richtigen Befehle zu erteilen aber auch mich der Gefahr in den Weg zu stellen wenn notwendig. Wenn mein Hund sich nicht beschützt weiß wird er mir auch nicht folgen.

Ich hoffe diese Fragen sind eine Hilfe bei der Hundeanschaffung. Wenn einem diese Dinge klar sind und man den richtigen Hund für sich findet ist es die beste Entscheidung die man für sich treffen kann.

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