Brille adé: Ich habe mir die Augen lasern lassen

12. Juni 2018

Ja, ich habe mich endlich getraut. Ich habe mir die Augen lasern lassen. Doch bis ich mich dazu entschlossen hatte dauerte es ganz schön lange. Schon seit Jahren habe ich immer wieder über eine Lasik nachgedacht aber mich dann doch nie getraut. Was wenn es schiefgeht? Auch wenn es mittlerweile ein Routineeingriff ist, ist es trotzdem ein Eingriff und die Möglichkeiten an Szenarien die passieren können sind real. Und deshalb hatte ich mich bis vor kurzem immer dagegen entschieden.

Wieso eine Augenlaserkorrektur?

Ich trage eine Brille seit meinem 13. Lebensjahr. Am Anfang nur in der Schule um auf die Tafel sehen zu können, doch in den Jahren darauf wurde meine Sehkraft immer schwächer. Schließlich musste ich sie dauerhaft tragen.(Ich war Kurzsichtig und hatte am Schluss -4,7 Dioptrien)  Mit ca. 16 Jahren bin ich dann mal auf Kontaktlinsen umgestiegen, konnte mich aber nie so richtig mit ihnen anfreunden. Deshalb trug ich dann wieder meistens eine Brille. Und die trug ich bis zuletzt gerne, vermisse sie jetzt manchmal sogar. Wieso ich dann doch gelasert habe? Im Winter war es mir immer egal, doch im Sommer musste ich dann doch wieder sehr oft Kontaktlinsen tragen um Sonnenbrillen aufsetzen zu können. Und auch mit einer optischen Sonnenbrille hab ich mich nie anfreunden können. Ich wollte nie zu den Leuten in der Ubahn gehören, die mit Sonnenbrille dasitzen. Außerdem liebe ich es viele verschiedene Modelle zur Auswahl zu haben, ganz nach Lust und Laune.

Die Entscheidung treffen

Ich hatte mich also schon mehrmals erkundigt, bin aber nie weiter gegangen. Dieses Mal wollte ich es unbedingt machen. Ich wusste wie der Eingriff aussah(jap kann man sich ganz genau auf Youtube ansehen) und wieviel er kostete. Jetzt musste nur auch festgestellt werden ob ich überhaupt ein geeigneter Patient für eine Lasik wäre. Ich bekam von meinem Freundeskreis und meiner Familie immer diesselbe Adresse empfohlen, deshalb wurde es dann Care Vision am Schwarzenbergplatz in Wien. Ich machte mir einen kostenlosen Termin zum Beratungsgespräch aus, der mir zeigen sollte ob ich den Eingriff überhaupt machen konnte.

Das Beratungsgespräch

Ich muss gleich einmal ein großes Lob aussprechen. Die Klinik machte von Anfang an einen sehr guten Eindruck und das Personal, und damit meine ich jeden Einzelnen mit dem ich zu tun hatte, war super nett, geduldig und einfühlsam. Alle sind auf meine Fragen eingegangen und haben einen sehr kompetenten Eindruck hinterlassen.

Ich musste einen Fragebogen ausfüllen, wo auch schon die ersten Infos draufstanden. Danach wurden die ersten Augenuntersuchungen gemacht. Zwischendurch muss man immer kurz warten, aber nie allzu lange. Dann kam ich zu einer ersten ärztlichen Besprechung. Dort wurde mir mitgeteilt, dass ich für eine Augenlasik infrage kam und nichts dagegen sprechen würde. Die Ärztin erklärte mir noch einige Details zu dem Eingriff, dem Ablauf und die Kosten. Ich bekam auch gleich meinen Wunschtermin, den ich noch absagen konnte falls ich mich doch dagegen entschieden hätte. Ich muss zugeben nach diesem ersten Termin war ich etwas überfordert weil es doch so schnell ging. Aber nach ein paar Tagen überlegen wusste ich, ich mache es.

Ein Tag vor der Lasik

Ein Tag vor der Lasik hatte ich weitere Untersuchungen, und vor allem die wichtigste Untersuchung von meinem Arzt der auch den Eingriff machen würde. Man bekommt dieses Mal auch Augentropfen verabreicht, deshalb sollte man sich von einer Person begleiten oder abholen lassen. Zusätzlich bespricht man noch einmal den Eingriff, dieses Mal nur genauer, und geht auch auf die Risiken ein. Ich will nicht lügen die sind eine A4 Seite lang und lesen sich nicht sehr schön. Mir war klar, dass es Komplikationen geben könnte, und ich hatte auch Angst davor. Jedoch sind die Chancen dass etwas passiert so gering, dass ich meine Zweifel beiseite stieß. Der Termin dauerte ca. 2 Stunden.

Tag der Lasik

Ich muss zugeben ich war schrecklich nervös. Ein großes Dank geht hier gleich an meinen Papa, der mir mit viel Humor zur Seite stand(nicht nur mir) und Händchen gehalten hat. Wenn man möchte bekommt man eine Beruhigungstablette. Ich hatte das Gefühl ich war schon total benommen wegen meiner Nervosität, deshalb verzichtete ich. Im Nachhinein hätte ich sie doch lieber genommen. War dann doch sehr sehr nervenaufreibend im OP.

Die Lasik selber war dann in 20 Minuten erledigt. Ich kam danach in einen Ruheraum wo ich noch eine Weile die Augen zulassen musste und dann zur ersten Nachuntersuchung. Es hatte alles reibungslos geklappt. Jetzt fing ein Tropfenmarathon an. Jede Stunde musste ich 3 verschiedene Augentropfen nehmen. Danach hatte ich 2 Stunden Zeit bis ich zur nächsten Untersuchung musste.

Da ich in der Nähe wohne gingen mein Vater und ich in dieser Zeit zu mir nachhause, wo ich mich ausruhte. Ich muss zugeben am Anfang brennen die Augen doch etwas, sind angeschwollen und man mag sie eigentlich gar nicht aufmachen. Aber es wird Stunde für Stunde deutlich besser.

Nach den 2 Stunden ging es zurück in die Klinik zur nächsten Nachuntersuchung. Ich machte einen ersten Sehtest, doch es war noch zu früh um viel Veränderung wahrzunehmen. Normalerweise hat man die Nachuntersuchung erst am nächsten Tag. Wenn die Lasik freitags so wie bei mir stattfindet machen sie die Untersuchung noch am selben Tag, damit man nicht extra an einem Samstag rein kommen muss.

Wie erging es mir die nächsten Stunden?

Schon am Weg heim ging es mir besser mit dem Brennen und der Schwellung. Die nächsten Stunden waren dann eigentlich nur ein abwechselndes Eintropfen der Augen. Am Abend konnte ich dann aber schon ganz ohne Brille ein bisschen fernsehen. Den nächsten Morgen habe ich noch sehr gut in Erinnerung. Ich wurde wach aber traute mich nicht gleich die Augen zu öffnen. Irgendwie fand ich es total spannend. Schließlich traute ich mich und tadaaaa ich konnte total gut sehen! Wie wunderbar dieser Moment war.

Eine Woche später

Eine Woche später hatte ich die vorletzte Untersuchung. Ich konnte mir ja schon denken, dass die Lasik erfolgreich war, konnte ich richtig gut sehen. Doch wie gut stellte sich dann erst bei dieser Untersuchung heraus. Meine Sehkraft verbesserte sich durch den Eingriff auf 120 %. Ich war froh und erleichtert zugleich. Dass ich so gut wieder sehen würde hätte ich mir nicht gedacht, ich war überglücklich und bin es bis heute noch.

Wie geht es mir heute?

Mittlerweile ist die Augenlaserkorrektur 2 Monate her und in 1 Monat habe ich meine finale Untersuchung. Ich habe mich schon daran gewöhnt wieder scharf sehen zu können. Aber es hat schon einige Wochen gedauert bis ich mir nicht mehr die Brille beim Schlafengehen runtergeben wollte. Ab und zu vermisse ich sie, aber im Moment trage ich sowieso jeden Tag eine Sonnenbrille, also ist das Vermissen nicht so groß. Meine Augen sind etwas lichtempfindlich, deshalb liebe ich Sonnenbrillen jetzt noch mehr, aber ich empfinde das als nicht schlimm. Das ist auch etwas mit dem man rechnen muss, also keine Überraschung.

Klar, so lange ist es noch nicht her, aber schon jetzt bin ich superglücklich mit meiner Entscheidung zu einer Lasik. Ich würde es sofort wieder tun.

Hard Facts:

Kosten:

Insgesamt kostet die Lasik mit allen Terminen und Untersuchungen 2290,- Euro plus die Kosten für die Augentropfen 35,80 Euro

Wer meint das sei viel, rechnet euch mal aus was ihr für Brillen, Kontaktlinsen und co. in den nächsten Jahren so ausgeben würdet. Also bei mir wäre das um einiges mehr gewesen.

Zeit:

2 – 3 Tage hintereinander. Ich war Donnerstag Nachmittag dort und musste mir nur den Freitag frei nehmen. Montag konnte ich schon wieder arbeiten gehen. Wer einen Termin unter der Woche hat sollte sich doch 1 – 2 Tage frei nehmen, man kann ja nie wissen wie schnell die Sehkraft wieder kommt.

Krankenkassa:

Die Krankenkasse übernimmt keine Kosten und man darf sich auch keinen Krankenstand dafür nehmen.

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